Theodor Wiesengrund Adorno: Kierkegaard - Konstruktionen des Ästhetischen

Diese kritische Studie steht am Beginn der Philosophie Adornos.

 

INHALT

I. Exposition des Ästhetischen

II: Konstitution der Innerlchkeit

III. Explikation der Innerlichkeit

IV. Begriff des Existierens

V. Zur Logik der 'Sphären'

VI. Vernunft und Opfer

VII. Konstruktion des Ästhetischen

Beilage: Kierkegaards Lehre von der Liebe

 

In der angehängten "Notiz" schreibt Adorno 1962:

"'Kierkegaard. Konstruktionen des Ästhetischen' ist das Buch eines Sechsundzwanzigjährigen. Der Autor schrieb es 1929/30; er wurde damit im Februar 1931 an der Frankfurter Universität habilitiert(...)

Doch wurde es, auch als der emigrierte Autor längst ausgebürgert war, nicht verboten und stetig weiter verkauft. Vielleicht schützte es das Unverständnis der Zensoren. Zumal die Kritik der Existenzialontologie, die es übt, mochte schon damals oppositionelle Intellektuelle in Deutschland erreichen.

Daß den Autor vieles nach dreißig Jahren nicht mehr befriedigt, versteht sich. Er glaubt, Hegel, und dadurch Kierkegaards Kontroverse mit diesem, heute besser zu kennen und zu begreifen; metaphysische Intentionen würde er nicht mehr derart affirmativ bekunden, und der Ton klingt ihm häufig feierlicher, idealistischer, als zu verantworten ist(...)

Hinweisen darf er vielleicht darauf, daß das Motiv der Kritik von Naturbeherrschung und naturbeherrschender Vernunft, das der Versöhnung mit Natur, des Selbstbewußtsein des Geistes als eines Naturmoments in dem Text bereits explizit ist.

Seiner Thematik gemäß hat das Buch nicht mit den sogenannten religiösen Reden Kierkegaards sich beschäftigt (Hurra!- nachgstelltes Reflexivum! Anm. von Jens), jenen positiv-theologischen Schriften, welche die negativ-philosophischen - die Negation der Philosophie - begleiteten. Gleichwohl ging die Absicht auf die Interpretation des Kierkegaardschen Werkes als eines Ganzen; Ästhetik heißt darin so wenig wie bei Kierkegaard bloß Kunstlehre sondern, Hegelisch gesprochen, eine Stellung des Gedankens zur Objektivität.

Der Autor hielt sich darum für verpflichtet, wenigstens an einem Modell auch die religiösen Reden in den Kreis seiner Spekulation hineinzuziehen. Das geschah in dem Vortrag über 'Leben und walten der Liebe'(...)

Er ist, als Korrolar, dem Buch beigefügt."